Kulturlandschaft

Wir sind stolz auf alles, was hier geschaffen wurde, sei es von der Natur oder vom Menschen. Die Kulturlandschaft weist Spuren vergangener Leben auf. Sie erzählt vom täglichen Kampf ums Überleben, aber auch vom Wissen um die Kräfte der Natur, die alljährlichen Steinschläge und Erdrutsche, die Hochwasser führenden Flüsse sowie darüber, wo die Sonne im Frühling zuerst hinkommt.
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Nærøyfjorden Verdsarvpark
Helabrotet 2A , 5745 Aurland
E: post@naroyfjorden.no

Nærøyfjorden verneområdestyre,
Njøsavegen 2, 6863 Leikanger,
E: sfvlpost@statsforvalteren.no

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Agrarlandschaft

Die Landwirtschaft hat die heutige Kulturlandschaft mitgestaltet. Heuwiesen, Weiden und Almen sind ein wichtiger Bestandteil der dieser Landschaft. Um die offene Kulturlandschaft zu bewahren, ist eine aktive Landwirtschaft mit Heuernte und Weidetieren unabdingbar.
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Ungedüngte Heuwiesen, die entsprechend mit Mahd und Heuernte bewirtschaftet werden, zeichnen sich durch eine hohe Artenvielfalt an Kräutern und Insekten aus. Diese Heuwiesen sind gefährdete Lebensräume, die unbedingt bewahrt werden sollten. In der Nærøyfjord-Region finden sich mehrere solcher wertvoller Heuwiesen, unter anderem auf Stokko, in Undredal und Dyrdal sowie auf Nedbergo. Auf Stokko, Nedbergo, Stigen und entlang des Fjordufers bei Bakka lebt das Sechsfleck-Widderchen, das zu den bedrohten Schmetterlingsart zählt. Es ist zum Überleben auf Blumenwiesen und offene Flächen angewiesen. Die Beweidung von Weideflächen und Almwiesen durch Nutztiere ist für die Gestaltung der Landschaft seit jeher von enormer Bedeutung. Weidetiere fressen sowohl Gras als auch Blätter und kleine Bäume und halten auf diese Weise die Landschaft offen.
Ziegen auf dem Weg zur Weide.
Berghöfe

Berghöfe

Die Höfe auf den Felsvorsprüngen entlang des Fjords fallen sofort ins Auge und bilden einen beeindruckenden Kontrast zu der herrlichen Naturlandschaft. Sie zeigen, wie sich die Menschen seit jeher die natürlichen Ressourcen zunutze machten. Die Höfe auf den Felsvorsprüngen waren früh bewohnt und wurden vermutlich von Jägern verwendet, die die natürlichen Ressourcen für Jagd und Fang nutzen. Beispiele für Berghöfe im Aurlandsfjord sind Nedbergo, Horten und Stigen.

Almen

Die Almen waren ein wichtiger Bestandteil des landwirtschaftlichen Betriebs auf den Höfen in den Fjorddörfern. In den Bergen gibt es zahlreiche Weideflächen, während es unten am Fjord oder auf den Berghöfen an Heuwiesen mangelt. Die Almbewirtschaftung war für die Viehzucht am Fjord von essenzieller Bedeutung. Die traditionellen Almhütten waren klein, es gab lediglich einen Aufenthaltsraum und einen Raum für die Herstellung von Käse und Butter. Auf vielen Almen wurden die alten Almhütten restauriert und die bauliche Umgebung wird instandgehalten. Die Almweiler machen die Wanderungen in diesen Gebieten zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Almen.
Ein Baum.

Pfade/Triebwege

Zu Zeiten der Almbewirtschaftung war es auch wichtig, gute und sichere Wege hinauf zu den Almgebieten zu haben – sowohl für die Menschen als auch für die Tiere. Viele der alten Triebwege, die sich die Berghänge emporschlängeln, wurden mit nicht unerheblichem Aufwand angelegt und einige gar mit schönen Mauern versehen.

Der Rimstigen, der von Tufto und Bakka hinauf zu den Almgebieten in Breidalen und Røyrdotten führt, ist ebenfalls ein solcher Triebweg. Die Triebwege sind Kulturdenkmaler, deren Bewahrung für die Kulturlandschaft von entscheidender Bedeutung ist, und viele dienen heute als schöne Wanderwege. Von den Brekke-Höfen in Flåm führt ein Triebweg zu den Almgebieten in Ljosdalen. Der erste Teil dieses Weges ist mittlerweile mit Steintreppen versehen, so dass der Weg von den vielen Touristen, die Flåm besuchen, genutzt werden kann. Der mit einem roten T markierte Weg führt weiter zur Touristenhütte auf Grindafletane.

Alte Verkehrsadern

Wege und Verkehrsadern sind zentrale Kulturdenkmäler in der Region rund um den Nærøyfjord. Zu den ältesten Wegen zählt der in Fronnes beginnende Pfad, der das Frondalen hinauf und über den Berg nach Raundalen führt. Den Sagen zufolge wurde der Weg von König Sverre genutzt. Weitere wichtige Verkehrsadern sind die Stalheimskleiva und der Königliche Postweg.  

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Die Stalheimskleiva war einst eine wichtige Wegverbindung nach Westen. Tatsächlich führten eins drei verschiedene Wege die Kleiva hinauf. Der erste Weg wurde im 17. Jahrhundert angelegt, der zweite rund um die Jahrhundertwende zum 18. Jahrhundert. Noch immer kann man dort, wo sie die heutige Straße kreuzen, Teile der alten Wegtrassen im Gelände erkennen. Der Weg, den wir heute als Stalheimskleiva kennen, wurde in den 1840er Jahren zum Karrenweg ausgebaut. Dieser ermöglichte den Transport ausländischer Touristen mit Pferd und Wagen von Gudvangen hinauf zum Stalheim-Hotel. Nach wie vor zählt die Stalheimskleiva zu den bekanntesten Touristenattraktionen in der Region.

Der Postweg zwischen Bleiklindi und Styvi wurde um 1660 angelegt und war rund 100 Jahre in Betrieb. Er ist Teil des Königlichen Postwegs zwischen Bergen und Oslo. Styvi besaß ein eigenes Postamt und die Bauern dort wurden Postbauern genannt. Die Post wurde auf dem Landweg von Bergen über Voss nach Gudvangen und Bakka transportiert. Von dort aus wurde sie per Ruderboot über den Fjord nach Bleiklindi gebracht und nach Styvi getragen. Wenn unsicheres Eis den Fjord bedeckte benutzte man ein eigens für diesen Zweck gebaute Boot mit Kufen. Das Boot konnte wie ein Schlitten über das Eis gezogen werden, und wenn es doch einmal durchbrach, schwamm es und man musste nur an Bord springen. Von Styvi wurde die Post mit dem Ruderboot weiter nach Lærdal gebracht. Heute ist der Postweg ein schöner Wanderweg. Große Teile des Weges sind auf schönen Steinmauern gebaut, die von den Grundbesitzern im Auftrag der Schutzgebietsverwaltung instandgehalten und geräumt werden.

Alte Straße.
Kopfbäume.

Kopfbäume

Kopfbäume erzählen etwas über die Nutzung von Bäumen in alten Zeiten. Die charakteristischen Bäume prägen die Kulturlandschaft der Region. Die richtige Pflege ist für den Erhalt der Kopfbäume als kulturhistorisches Denkmal und Naturerlebnis unabdingbar. Früher wurde das Laub mitunter als Tierfutter genutzt. Es galt als wichtige Nahrungsergänzung für die Tiere. Das Laub, so sagte man, sei „reine Medizin“. Vielleicht wirkten sie wie Appetithäppchen in einer eintönigen Diät?

Grabhügel

Vielerorts in der Region zeugen alte Grabhügel von einer weit zurückliegenden Besiedlung. Teilweise konnten sie bis in die um 1800 v. Chr. begonnene Bronzezeit zurückdatiert werden.Grabhügel werden automatisch als geschützte Kulturdenkmäler von nationalem Wert eingestuft.

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Auf Holmo, drei Kilometer vom Bauernhof Styvi am Nærøyfjord entfernt, befindet sich einer der größten Grabhügel der Region. Er wurde auf der höchsten Erhebung errichtet, damit er für alle, die in den Fjord hinein kamen, deutlich erkennbar war. Der Grabhügel, der wie ein großer moosbewachsener Steinhaufen aussieht, ist insgesamt zwei Meter hoch und misst 15 Meter im Durchmesser. Obenauf befindet sich eine große Grube, die vom Graben zeugt. Das Alter des Grabhügels ist unbekannt, seine Größe und Form deuten allerdings darauf hin, dass er möglicherweise aus der älteren Bronzezeit um 1800 v. Chr. stammt.

Auf Fronnes gibt es mehrere Grabhügel, die wahrscheinlich aus der Bronzezeit stammen. Eine Theorie besagt, dass Fronnes dem Bauernhof Otternes auf der anderen Seite des Fjordes als Begräbnisstätte diente.

Grabhügel
Fanganlagen.

Fanganlagen

Fanggruben und Bogenauflagen im Hochgebirge beweisen, dass die wilden Rentiere bereits in der Steinzeit eine wichtige Ressource für die Menschen am Fjord darstellten. Das ausgeprägteste Fanggebiet befindet sich rund um den Fresvik-Gletscher.

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Es handelt sich um eine große Fanganlage mit Bogenauflage, Leitzaun und Fanggrube, die sich vom Tuftafjell im Norden über vier Bergrücken bis zum Handadalseggi im Süden erstreckt. In der Nærøyfjord-Region gibt es derzeit drei Wildrengebiete: Fjellheimen im Westen, Nordfjella im Osten und Raudafjell auf der Halbinsel zwischen Nærøyfjord und Aurlandsfjord.

In der Nähe der Fanganlage wurden an mehrere Stellen Felsüberhänge gefunden, aber es gibt keine Anzeichen für eine dauerhafte Besiedlung. Während die Gletscher schmelzen und sich zurückziehen, treten immer mehr Kulturdenkmäler mit Verbindung zur Jagd- und Fangkultur in den Bergen ans Tageslicht. Wenn du auf einer Wanderung Objekte findest, die Kulturdenkmäler sein könnten, berühre sie bitte nicht, sondern melde den Fund einem Archäologen bei der Provinzialregierung. Wenn du Kulturdenkmäler bewegst, könnten sie Schaden nehmen und ein Stück Kulturgeschichte verloren gehen.